Digital diktieren am Computer mit Spracherkennung und digitalen Diktiergeräten: Tipps und Tricks, Erfahrungsberichte und Links zu Dragon NaturallySpeaking und anderen Hilfsmitteln.
26 Oktober 2010
PC Professionell testet Dragon Premium 11
Die Erkennungsgenauigkeit ist gegenüber Version 10 verbessert worden, allerdings nach Aussage des Testers relativ gering. Da der Tester, um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten, alle Diktate erst auf ein Aufnahmengerät gesprochen und dann umgesetzt hat, ist die ermittelte Erkennungsgenauigkeit (94,4% für V. 10 vs. 95,1% für V. 11) wohl auch etwas niedriger als die eines Online-Diktates. Ich gehe in der Regel von 2-3 Prozentpunkten aus, die einfach dadurch verlorengehen, dass das direkte Feedback des Online-Diktats fehlt.
Im ganzen hält der Tester die Version 11 eher für ein Service Pack als für eine gründlich überarbeitete Version. Hier muss ich widersprechen, denn die gesamte Vokabulararchitektur in Version 11 ist neu aufgebaut worden. Die 11 ist nicht einfach eine 10 mit ein paar neuen Features! Hier hätte sich beim Test gelohnt, die Fehler zu etwas genauer analysieren und zu vergleichen, um festzustellen, wo die Stärken und Schwächen genau liegen.
Trotz dieser Anmerkungen ein umfang- und kenntnisreicher Test, der sich zu lesen lohnt!
22 September 2010
Dragon für Mac in neuer Version in USA erschienen
In der Begeisterung über Dragon NaturallySpeaking 11 soll die Nuance-Pressemitteilung nicht verschwiegen werden, die die neue Version von Dragon für Mac ankündigt. Diese basiert bereits auf der neuen Erkennungsmaschine von Dragon 11, enthält eine überarbeitete Benutzeroberfläche, zahlreiche neue Befehle zur Korrektur, Navigation und Bearbeitung, Suche im Internet und was man sonst schon aus Dragon NaturallySpeaking für Windows kennt. Neidisch machen aber die Ankündigungen so schöner Befehle wie "setze
Eine Ankündigung für eine deutsche Version gibt es bisher noch nicht.
Die englische Produktseite findet sich unter www.Macspeech.com
FAZ-Rezension: Dragon NaturallySpeaking 11
"Der feine Luxus des schnellen Diktats steht im Zeichen des Drachen" - titelt die Frankfurter Allgemeine Zeitung in ihrer gestrigen Ausgabe. Die wie immer sehr kompetente und umfangreiche Rezension von Dragon NaturallySpeaking 11 wurde vom Diktat-Experten Michael Spehr verfasst, geht eingehend auf die verschiedenen Neuerungen ein, lobt die deutlich verbesserte Erkennungsgenauigkeit und -Geschwindigkeit, gibt aber auch Empfehlungen für den Einstieg, mit welcher Version man am besten arbeiten sollte, und rät, einen Experten für den Einstieg zurate zu ziehen.
20 September 2010
Erste Erfahrungen mit Dragon 11
Auf einem neuen, aktuellen Notebook mit einem i5-Prozessor läuft das Diktat richtig schnell und praktisch fehlerfrei. Mit den ersten längeren Diktaten fallen dann auch einige positive Neuerungen auf. So finde ich es deutlich leichter, Abkürzungen, die aus einzelnen Buchstaben bestehen, zu diktieren.
Auf einem aktuellen Netbook mit Atom-Prozessor N450 ist, der Hardware angemessen, die Umsetzung nicht so schnell. Aber auch hier ist die Genauigkeit, selbst mit einem ganz neuen und praktisch nicht trainierten Benutzerprofil, vorbildlich. Sehr schön zu sehen ist in dieser Konstellation der Zwischenspeicher, den Dragon NaturallySpeaking 11 voll ausnutzt: man kann einfach weiter diktieren, auch wenn noch kein Text auf dem Bildschirm zu sehen ist, und das Programm setzt auch längere Absätze zwar mit Verzögerung, aber praktisch fehlerfrei in Text um.
Auf diesem Rechner zeigt sich übrigens auch, dass ein neu angelegtes Benutzerprofil schneller reagiert als eines, das aus der Vorversion übernommen wurde. Dies lässt sich allerdings nicht verallgemeinern: auch auf anderen Rechnern habe ich erfolgreich andere Profile auf den neuesten Stand gebracht, und dort gingen sie ab wie Schmidts Katze. Allerdings gab mir Dragon auf dem Netbook bereits bei der Installation eine Warnung, dass die Hardware nicht wirklich ausreiche und 2 GB Arbeitsspeicher zu empfehlen seien. Insofern gibt es keinen Grund, sich zu beschweren – ich habe es nicht anders gewollt.
Einige Probleme bei der Installation sind auch schon aufgetaucht. So kommt Dragon 11 nicht unbedingt damit klar, wenn noch Reste einer Office 97-Installation auf dem Rechner vorhanden sind. Hier hilft der Nuance-Support oder ein Fachhändler weiter.
Bei der Gelegenheit noch ein Hinweis zum Diktat von Abkürzungen und zum Buchstabieren von Namen. In Dragon 11 sollte dies immer mit vorangestelltem "schreib"-Befehl geschehen, da ansonsten alles Buchstabierte konsequent in Großbuchstaben erscheint. Wird auf diese Weise über eine Markierung diktiert, fügt Dragon 11 das Wort sogar automatisch zum Wortschatz hinzu. Korrekt ist also: "schreib W O R T", um ein Wort auch wirklich korrekt zu buchstabieren und ins Vokabular aufzunehmen. Bei manchen Ausdrücken ist aber das Buchstabieralphabet immer noch vorzuziehen, insbesondere wenn Buchstaben vorkommen, die vom Klang her leicht zu verwechseln sind.
Auch der von mir heiß geliebte, verborgene Befehl in Dragon NaturallySpeaking 10.1 ist jetzt an der Oberfläche gelandet und ins Deutsche übersetzt worden. Mit "großschreibe [Wort]" lässt sich jetzt ein beliebiges Wort im Text mit einem großen Buchstaben schreiben. Aufgrund der Mehrfachauswahl geht das auch für alle Vorkommen dieses Wortes im Text. Das macht wirklich Spaß!
26 August 2010
Dragon 11 ist da
Im Moment wird die Version Premium, der Nachfolger von Dragon NaturallySpeaking Preferred, in drei verschiedenen Versionen - als Dragon NaturallySpeaking Premium mit schnurgebundenem Headset, als Premium Wireless mit schnurlosem Headset oder als Premium Mobile mit digitalem Aufnahmegerät - angeboten. Die Premium-Variante kann schon eine Menge, ist aber anders als die für Mitte September angekündigten professionellen Versionen nicht netzwerkfähig, kann keine eigenen Sprachbefehle erstellen und ist auch im Bereich der Wortschatzarbeit eingeschränkt.
Auch der Nachfolger von Standard ist unter der Bezeichnung "Dragon NaturallySpeaking Home" erhältlich. Dieses Paket bezeichne ich cum grano salis als kostenpflichtige Demo: es zeigt, dass und wie Spracherkennung funktioniert, ist aber im Funktionsumfang so beschnitten, dass es nicht wirklich Spaß macht.
Die erste Installation habe ich inzwischen hinter mir und war von der Erkennungsgenauigkeit sehr begeistert (und das obwohl der Sprecher nicht gerade zum Durchschnitt gehört). Der neue Benutzerassistent und die völlig überarbeitete Programmoberfläche vereinfachen den Einstieg doch enorm.
Weitere Highlights sind die verbesserte Unterstützung für Multicore-Prozessoren, die sich in schnellerer Verarbeitung, besserer Erkennung und schnellerer Befehlsverarbeitung niederschlagen; Unterstützung von Office 2010 und OpenOffice Writer und der Direktimport von DSS und DS2-Dateien, wie sie von professionellen digitalen Diktiergeräten erzeugt werden.
Mein persönlicher Favorit ist die Möglichkeit, mehrere Vorkommen desselben Wortes auf einmal zu bearbeiten ("großschreibe Sie" - "nimm alle").
Eine umfangreiche Besprechung finden Sie unter http://www.knowbrainer.com/downloads/DNS_11_Review.pdf (englisch).
10 August 2010
Warum schreiben Sie nicht schon über Dragon 11?
Ein Werbefilm von Nuance sagt nichts über Dragon 11, was nicht schon auf Dragon 10 zuträfe, zeigt aber dem Eingeweihten ein paar Neuigkeiten. Bei 0:52 sieht man den neuen Wechsel zwischen Anwendungen, bei 1:30 die neue Sidebar. Hübsch auch die Demonstation einer Tabelle bei 2:10, aber nicht wirklich neu. Ansonsten sieht man einen Talking Head und wird am Ende damit verwirrt, dass dessen "Tochter" Dragon auf dem Mac nutzt
http://www.youtube.com/watch?v=f2tgU_5Q-2A&NR=1 ist ein Bericht von Network World, in dem Peter Mahoney, Produktverantwortlicher für Dragon, das Produkt vorstellt, ohne aber besonders auf Neuheiten einzugehen. Auch hier sieht man gelegentlich ein paar Neuheiten, z.B. das neue Symbol, das das Erkennungsfenster ablöst (0:23), und die Möglichkeit, mehrere Vorkommen eines Wortes im Text auf einmal zu bearbeiten (0:58, leider unter dem Voice-Over versteckt).
Mahoney schreibt auch über "die Motivation hinter Dragon 11", nämlich die Bedienbarkeit und Nutzerfreundlichkeit zu steigern. Hiermit wird übrigens auch die Datensammlung gerechtfertigt, die Nuance seit einiger Zeit betreibt.
Eine Übersicht über die verschiedenen Versionen von Dragon NaturallySpeaking 11 ist bisher nur auf Englisch im Netz zu finden.
Dragon Medical wird übrigens von der Dragon NaturallySpeaking-Schiene abgekoppelt, wird also zunächst nicht in Version 11 erscheinen. Nachdem bereits das "NaturallySpeaking" aus dem Namen gestrichen wurde und die Dragon Medical 10.1.1 auch erst ein paar Wochen alt ist, war dies zu erwarten, zumal die beiden Produkte längst verschiedenen Abteilungen zugeordnet wurden. Dragon Medical 10.1.1 ist übrigens im Moment die Spracherkennung unserer Wahl und wird auch gerade zum Diktat dieses Beitrags verwendet.
Offizieller Erscheinungstermin für Dragon NaturallySpeaking 11 Premium (der Nachfolger von Dragon NaturallySpeaking Preferred) ist der 25. August. Die professionellen Versionen erscheinen im Laufe des September. Dann werden wir mehr wissen. Vorbestellungen nimmt der Fachhändler Ihres Vertrauens entgegen.