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17 Februar 2015

Fernseher hört mit

In den letzten Tagen machte eine Meldung die Runde durch diverse Medien: Samsung-Smart TVs haben einen Passus in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen, in dem der Käufer zustimmt, dass seine Gespräche im Wohnzimmer von einer Spracherkennung verwertet und auf einem Server verarbeitet werden.

Die Reaktion, die dem Autor des ursprünglichen Tweets zuerst einfiel, war natürlich „1984“. So wurden dann auch in diversen Online-Medien die Artikel aufgemacht und kommentiert.

Die FAS hat in ihrer aktuellen Ausgabe einen Artikel, der das Problem sehr viel differenzierter anspricht – und z.B. sehr zu Recht darauf hinweist, dass die Spracherkennungsfunktion des Fernsehers überhaupt erst durch eine Taste oder ein Kodewort aktiviert werden muss, und dass viele Funktionen auf dem Fernseher selbst laufen, also überhaupt nicht an irgendwelche mysteriösen und deswegen gefährlichen Server übertragen werden müssen. Insofern können wir jetzt alle aufatmen und in unseren Wohnzimmern wieder persönliche Gespräche führen :-)

Im Zusammenhang mit dieser Meldung lässt sich außerdem wieder einmal ein weit verbreitetes Missverständnis feststellen, das symptomatisch für den Umgang mit Spracherkennung ist, nämlich die Annahme, sie habe etwas mit künstlicher Intelligenz zu tun.

"Der Clou sind vielmehr einige Extras, die ihre Nähe zu Apples kluger Sprachassistentin Siri nicht leugnen können. Wie Siri eine inhaltliche und semantische Analyse des Gesagten bietet, um mehr Variabilität bei Eingaben und Kommandos zu erlauben, soll auch der Fernseh-Spracherkenner ein persönlicher Assistent werden, etwa mit Dragon TV, das Nuance in Amerika anbietet."
Für die Anwendung selbst, also den Fernseher, der sich per Sprachbefehl steuern lässt, mag das sogar gelten. Die Spracherkennung ist aber an dieser Stelle nichts anderes als ein Frontend, das der Fernbedienung (hoffentlich) überlegen ist. Wer schon einmal auf dem Smart TV versucht hat, ein bestimmtes YouTube-Video zu finden, weiß was ich meine: man klickt sich mit Cursortasten durch ein Alphabet und braucht für die Eingabe länger, als das Video anschließend dauert. Hier ist Spracherkennung eine echte Alternative.

Was Spracherkennung aber von sich aus nicht leistet, ist das Verständnis dessen, was gesagt wird! Nach aktuellem Stand der Technik ist Spracherkennung ein rein statistischer Prozess, der einer Lautfolge die wahrscheinlichste Zeichenfolge zuordnet. Dass die Spracherkennung dabei nicht versteht, was gemeint ist, sollte jedem klar sein, der einen Erkennungsfehler einer Maschine mit einem menschlichen Verhörer vergleicht: der Mensch unterliegt immer der Annahme des in Konstanz, d.h. wir versuchen aus jeder Äußerung eine Bedeutung herauszufiltern. Deswegen würde ein Mensch, der ein Diktat transkribiert, das Wort „Verhörer“, selbst wenn es nicht kennt, niemals als „vor Hörer“ wiedergeben, wie meine Spracherkennung dies soeben getan hat. „Mit einem Menschen vor einem Hörer vergleichen“ wäre zwar inhaltlich absurd, aber zumindest grammatikalisch korrekt, und wenn wir ehrlich sind, können wir uns alle an genügend ähnliche Beispiele erinnern (siehe auch diese Posts über menschliche und maschinelle Verhörer). Die „inhaltliche und semantische Analyse des Gesagten“ ist vollkommen unabhängig davon, ob die Eingabe über ein Mikrofon oder eine Tastatur erfolgt. Damit der Computer die Frage „Wie alt ist meine Schwester?“ korrekt beantworten kann, kommt es nicht darauf an, dass er meine Sprache korrekt versteht, sondern dass er zumindest folgende Auskünfte gespeichert hat:

  1. Wer ist gemeint mit „ich“?
  2. Hat diese Person eine Schwester?
  3. Wann wurde diese geboren?
  4. Welches Datum ist heute, und wie ist die Differenz?

Dass es Maschinen gibt, die in der Lage sind, diese Frage zu beantworten, mag ein bezeichnendes Licht auf den Umgang mit unseren Daten werfen, hat aber mit Spracherkennung im wahrsten Sinne des Wortes nur an der Oberfläche zu tun. Spracherkennung ist eben kein Sprachverständnis!

02 September 2014

FAZ-Rezension von Dragon 13

In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom heutigen Dienstag, 02.09.2014, findet sich eine gewohnt kenntnisreiche Rezension der neuen Version Dragon NaturallySpeaking Premium 13 von Michel Spehr.

Der Rezensent hebt lobend hervor, dass Dragon in der neuen Version die Hürden für Einsteiger deutlich gesenkt hat:

„Die zur Verfügung stehenden Mikrofone sind nun übersichtlich aufgeführt, und erstmals unterstützt das Programm die eingebauten Mikrofone eines Notebooks, vorausgesetzt, ihre Audioqualität ist hinreichend… Zweitens ist das obligatorische Übungsdiktat bei der Einrichtung des Drachens nun drastisch reduziert worden. So einfach und bequem hat man es noch nie gehabt.“


Auch die Erkennungsgenauigkeit der neuen Version wird lobend hervorgehoben. Insbesondere bestätigt der Rezensent unseren Eindruck, dass die neue Version sehr viel toleranter geworden ist. Natürlich ließ sich auch in Vorversionen bei entsprechend diszipliniertem Diktat eine Genauigkeit von praktisch 100 % erreichen, Dragon 13 macht das aber sehr viel einfacher. Man muss kein Spracherkennungsspezialist werden, um mit Dragon 13 arbeiten zu können.

Auch auf die verbesserte Unterstützung von Mozilla Firefox und Google Chrome sowie die deutlich schnellere Leistung des Systems wird eingegangen. Als Fazit bleibt:

„Die neue Version 13 verblüfft selbst Fachleute… Der Fortschritt ist sofort zu sehen. Mit diesem Windows-Programm ist die Spracherkennung nun angekommen. Sie funktioniert so gut und perfekt wie in der Werbung. Ja, der PC versteht einen.“


04 April 2014

FAZ-Artikel über Diktieren in der Cloud jetzt auch online erhältlich

Der Artikel „In die Cloud gesprochen“ aus der FAZ vom vergangenen Dienstag ist jetzt auch online erhältlich:

http://www.faz.net/aktuell/technik-motor/computer-internet/diktiertechnik-in-der-cloud-12871775.html

Im Artikel berichtet Redakteur Michael Spehr über die von DictaTeam und EGS vorgestellte Lösung dra.picture safe. Diktieren Sie unterwegs mit dem iPhone, machen Sie Fotos während des Diktates, senden Sie alles ins Büro und lassen Sie das fertige Dokument inklusive Fotos von Spracherkennung erstellen!

01 April 2014

FAZ-Bericht: Dictate on Demand und Dra.picture (FAZ, 1.4.2014)

Die FAZ hat in ihrer heutigen Beilage „Technik und Motor“ einen ausführlichen Artikel über zwei Cloud-basierte Diktierlösungen veröffentlicht: zum einen Philips Speech Live, zum anderen das von DictaTeam und EGS Computer Vertrieb GmbH gemeinsam entwickelte Dictate on demand und dra.picture.

Beiden Lösungen ist gemeinsam, dass Diktate auf einem mobilen Eingabegerät, im Klartext also einem iPhone, aufgezeichnet werden und über eine Cloud mehr oder weniger sicher versandt werden. Während Speech Live im wesentlichen dazu da ist, Diktate von unterwegs in den Philips-Diktatworkflow zu übergeben, geht Dictate on demand mit dra.picture einen ganz anderen Weg.
Dr. Michael Spehr, FAZ-Redakteur, beschreibt:

„EGS, die Spracherkennungsspezialisten aus Erkrath haben zusammen mit dem Unternehmen DictaTeam eine iPhone App entwickelt, die einzigartig ist: Sie erlaubt nicht nur das Diktieren von Text, sondern sie hat auch eine Kamerafunktion gleich eingebaut. Und nun der Clou: im Workflow von EGS übernimmt der Spracherkenner Dragon NaturallySpeaking die Transkriptions des Textes und fügt die Fotos genau dort ein, wo der Auslöser betätigt wurde. Architekten, Gutachter und andere erhalten gleich den fertigen Bericht mitsamt Fotodokumentation. Die lästige Fleißarbeit des Heraussuchen von Fotos und des Platzierens an der richtigen Stelle übernimmt das System von EGS…
Der weitere Workflow findet auf dem Server statt. Dragon NaturallySpeaking verarbeitet automatisch die eintreffenden neuen Sprachdateien, wobei das eigene Sprachprofil zum Einsatz kommt. Die Software fügt ferner die Bilder ein und schickt das Ergebnis als Word-Datei in ein frei wählbares Ausgabeverzeichnis.… Es lassen sich eigene Word-Vorlagen verwenden, so dass ein Bericht gleich mit der Optik und dem Layout des Unternehmens erstellt wird. Bei der Transkriptionen mit Dragon kann nachträglich korrigiert und damit der Sprachprofil verbessert werden.
Für den Einsatz des iPhone als Diktiergerät-Ersatz haben sich die Entwickler von DictaTeam und EGS ein weiteres Extra ausgedacht, das ebenfalls einzigartig ist: wer den Schiebeschalter des herkömmlichen Diktiergeräts am Smartphone vermisst, bekommt hier eine Alternative geboten, die verblüffend gut funktioniert: man legt den Daumen auf die Anzeige, und mit Bewegungen nach oben und unten löst man die gewohnten Kommandos aus. Da alles über Software läuft, gibt es den virtuellen Schiebeschalter sowohl für Links- wie auch für Rechtshänder. Auf das eigenständige Diktiergerät solle man also vollends verzichten können“.
Die iPhone App Dictate on demand ist als kostenlose Testversion im App Store erhältlich. Der gesamte Workflow kann über EGS Computer Vertrieb GmbH oder einen Fachhandelspartner bezogen werden.

11 Juni 2013

Philips DPM 4 digitales Diktiergerät in der FAZ

Unter dem Titel "Schlank, schön und schlau" rezensiert Dr. Michael Spehr das neue Philips DPM 4-Diktiergerät. Der Artikel ist am 4. Juni in Technik und Motor-Teil erschienen und inzwischen auf faz.net öffentlich zugänglich (siehe Link oben).

Fazit:
Alles in allem ist das DPM 8000 unser neues Referenzgerät: Akkulaufzeit, Display und Mikrofontechnik geben den Ausschlag.
Ich persönlich fand übrigens die Qualität der Konferenzaufnahmen durchaus überzeugend – das Gerät klingt natürlich anders, wenn es auf dem Tisch liegt, aber die Aufzeichnung war bei meinem Versuch genauso deutlich wie bei der klassischen Haltung für das Diktat.

15 April 2013

FAZ-Test: Mikrofone für die Spracherkennung

Auf FAZ.NET testet Michael Spehr das Philips SpeechMike Premium, das Plantronics Savi 440 und das Plantronics Voyager Legend auf ihre Verwendung für Spracherkennung hin. Das SpeechMike und das Plantronics Savi 440 erzielen ähnlich gute Ergebnisse, die Frage nach dem besten Gerät für unterwegs muss allerdings offen bleiben.

Folgende Anmerkung zum Bluetooth-Headset sei noch gestartet:

Meiner Erfahrung nach kommt die Verzögerung bei der Korrektur in der Regel daher, dass Dragon im Korrekturmodus jedes noch so geringe Geräusch - und sei es ein Rauschen vom Audioeingang - erst als Sprache analysiert, bevor es eine Eingabe über die Tastatur oder mithilfe des Buchstabieralphabets akzeptiert. Wenn Sie Ihre Korrekturen „von Hand“ machen, empfehle ich das Mikrofon vorher umzuschalten, dann geht alles wieder in gewohnter Geschwindigkeit.

14 März 2013

Auf dem Weg zum rollenden Büro

Am Dienstag im Blatt, heute auf FAZ.NET:

Mobiler E-Mail-Abruf und Diktat im neuen 7er BMW.

Ganz reif scheint die Technik noch nicht zu sein. Dafür kann man demnächst sein Auto updaten.

19 Februar 2013

FAZ über Dragon TV

In ihrer heutigen Ausgabe (19.02.2013) berichtet die FAZ im Technik und Motor-Teil über neue Prototypen eines Dragon TV, welches die Steuerung des Fernsehgerätes per Sprache erlauben soll. Weit über die von einem Diktiersystem bekannten Fähigkeiten hinaus soll die Sprachsteuerung des Fernsehers ähnlich intelligent arbeiten wie das vom iPhone hinlänglich bekannte Siri.

In ihrer heutigen Ausgabe (19.02.2013) berichtet die FAZ im Technik und Motor-Teil über neue Prototypen eines Dragon TV, welches die Steuerung des Fernsehgerätes per Sprache erlauben soll. Weit über die von einem Diktiersystem bekannten Fähigkeiten hinaus soll die Sprachsteuerung des Fernsehers ähnlich intelligent arbeiten wie das vom iPhone hinlänglich bekannte Siri.

Einige Auszüge:

„(Das Fernsehgerät) hört nämlich ständig in den Raum hinein, man muss nicht in ein Mikrofon sprechen, Hintergrundgeräusche werden ausgeblendet, und mit dem Zauberwort ‚Dragon TV‘ macht die Software aus dem Tiefschlaf auf und nimmt Kommandos entgegen. Und zwar Befehle in natürlicher Sprache, die weit über das hinausreichen, was sich Fink mit einigen Tastendruck auf der Fernbedienung erledigen lässt.… Man kann mit Sprachkommandos auch nach bestimmten Serien oder Schauspielern oder Genres suchen lassen.“

„Die Nuance-Software steuert nämlich geräteübergreifend nicht nur den TV-Apparat, sondern auch den Receiver und den Festplattenrekorder.… Zudem sind nicht zuletzt Streaming-Dienste eingebunden… Wer am PC mit der Dragon-Software nach einem im Japan spielenden Film mit Bill Murray gesucht und „Lost in Translation“ gestartet hat, kann wenig später im Wohnzimmer das Filmvergnügen fortsetzen.“

Das ganze funktioniert vor ausgesuchten Journalisten einwandfrei. Wieder ein Schritt weiter zum elektronischen Butler?

17 September 2012

FAZ über Dragon 12 und seine Konkurrenten

Dragon NaturallySpeaking 12 ist seit einigen Tagen auf dem Markt, und die FAZ veröffentlichte am vergangenen Dienstag den 1. Test. Dieser ist nun online abrufbar.

Neben dem gewohnt kompetenten Vergleich verschiedener Spracherkenner, die sich derzeit auf dem Markt befinden, arbeitet der Artikel sehr schön die Vorteile der neuen Version heraus. Was die Verbesserung der Erkennungsgenauigkeit angeht, so lässt sich diese nur noch als asymptotische Funktion beschreiben, d.h. je näher man zum Grenzwert kommt, desto flacher verläuft die Kurve. Will sagen: die ohnehin schon hervorragende Erkennungsgenauigkeit aus Dragon NaturallySpeaking 11 lässt sich nicht mehr dramatisch steigern, auch wenn immer noch Verbesserungen möglich sind und auch vorgenommen worden.

Wichtig und auch schön formuliert finde ich die Bemerkung, wer nach ein paar Runden im Porsche 911 die Leistung eines Formel-1-Boliden suche, komme um ein Fahrertraining nicht herum. Dragon 12 hat in dieser Hinsicht einiges getan, um den Einstieg zu erleichtern. Nichtsdestotrotz zeigt die Erfahrung, dass ein kompetenter Trainer in der Regel sehr viel mehr aus dem Programm herauszuholen hilft, als der Anwender auf den 1. Blick vermutet. (Nur am Rande: vor ein paar Tagen habe ich Dragon einem Arzt vorgeführt, der auch selbst ein wenig diktieren wollte, aber natürlich schon an den Korrekturbefehl gescheitert ist – wofür sollte er sie auch kennen, denn sie ihm keiner gezeigt hat?)

Da ich keine Lust habe, mich bei FAZ NET anzumelden, hier mein Kommentar zu einem Leserkommentar:

Wer die Qualität der Spracherkennung daran bemisst, ob auf 1000 Buchstaben weniger als 2 Fehler oder auf 10 Sätze weniger als ein fehlerhafter Satz auftaucht, hat offensichtlich das grundlegende Prinzip nicht verstanden. Die Fehlerquote der Spracherkennung wird immer in falsch erkannten Wörtern gemessen – da Spracherkennung keine Tippfehler macht, sind falsche Buchstaben kein Kriterium, und da Sätze im Deutschen zwischen 2 und unendlich vielen Wörtern haben können, kann auch dies nicht verlässlich die Leistung einer Spracherkennung beurteilen. Und natürlich ist auch dieser Beitrag wieder diktiert.

Wo bleibt denn nun mein eigener Test? – Im Moment stecke ich so tief in der Beurteilung von Dragon 12, dass ich vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sehe. Insofern danke ich Herrn Spehr dafür, dass er mir in gewohnt kompetente Art und Weise die Arbeit abgenommen hat.

07 Dezember 2011

FAZ über Siri

Nachdem bereits Spiegel online vor einigen Tagen einen ausführlichen Bericht über Siri, die neue Spracherkennung im iPhone, gebracht hat, jetzt auch ein ausführlicher Bericht in der FAZ (Technik und Motor, 06.12.2011). Autor ist wie immer Dr. Michael Spehr, der Spracherkennungsexperte der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. (Artikel im Blog von Michael Spehr lesen)

Seiner Meinung nach liegt die wichtigste Neuerung von Siri in der engen Verzahnung der Spracherkennung mit dem Betriebssystem, die dafür sorgt, dass der Computer Anweisungen, die er per Sprache erhält, sofort umsetzen kann, ohne dass der Benutzer noch eingreifen muss. Das funktioniert deshalb, weil es auf dem iPhone praktisch keine Auswahlmöglichkeiten gibt, in welchem Programm der Befehl umgesetzt werden muss – ein Kalendereintrag greift immer auf denselben Kalender zu und hat nicht die Auswahl zwischen Outlook, dem Google-Kalender Kalender oder Lotus Notes; eine Websuche nutzt immer den Standard-Browser und die voreingestellte Suchmaschine Wolfram Alpha, die wiederum in der Lage ist, strukturierte Anfragen zu verarbeiten und zu beantworten. Damit ändert sich grundlegend die Interaktion des Nutzers mit dem Computer. Michael Spehr sieht solche Änderungen auch schon für Desktop-Computer voraus und prophezeit:

„Die Frage ist nicht mehr, ob und wie gut die Technik funktioniert, sondern ob man gewillt ist, in aller Öffentlichkeit oder zumindest im Büro mit seinem iPhone zu sprechen. Es geht allein um die soziale Akzeptanz. Wer die Idee für abstrus hält, denke zurück an eine Bürowelt ohne Telefone im 19. Jahrhundert.“

In der Tat scheint die soziale Akzeptanz, glaubt man zumindest den zahlreichen Kommentaren in diversen Foren, das entscheidende Kriterium zu werden. Noch immer können sich viele nicht vorstellen, unterwegs – also vor aller Augen der Öffentlichkeit – „mit ihrem Handy zu sprechen“. Obwohl sie natürlich schon seit vielen Jahren in aller Öffentlichkeit in ihr Handy sprechen und private Details vor den Ohren einer ganzen U-Bahn ausbreiten, aber das scheint etwas anderes zu sein.

Das Schlüsselwort ist tatsächlich „Anthropomorphisierung“. Schon das Diktat in einem Computer sorgt dafür, dass man ihm menschliche Eigenschaften zuschreibt (wie oft benutze ich eigentlich die Phrase „liebenswerte Eigenheiten unseres kleinen Drachen“?); Wenn die Maschine dann auch noch antwortet wie ein Mensch, verschwimmen die Unterschiede immer weiter. Neben der sozialen Akzeptanz stellt sich daher auch noch eine ethische Dimension. Wollen wir wirklich mit der Maschine umgehen wie mit einem Menschen? Dass auch hier die Kategorien bisweilen verrutschen, zeigt sich bei (fast) allen Hundebesitzern...

23 August 2011

FAZ testet Dragon 11.5

In der heutigen FAZ vom 23.08.2011 findet sich ein Test von Dragon 11.5 in Verbindung mit dem iPhone als Eingabegerät. Detailliert wird beschrieben, wie das iPhone angeschlossen und als Diktierquelle eingerichtet wird. Die Erkennungsgenauigkeit ist durch die sehr gute Tonqualität des im Gerät verbauten Mikrofons der eines Philips SpeechMike Air beinahe ebenbürtig.

Interessant auch das Zitat:

Wir hatten die iPhone-Anbindung des neuen Dragon zuerst für eine Spielerei gehalten, fanden sie im Laufe der Zeit doch sehr praktisch – und natürlich ausgesprochen günstig im Vergleich mit einem ordentlichen Drahtlosmikrofon, das mehr als 400 € kostet. E-Mails auf dem Sofa liegend diktieren: das hat was.


– Wenn man ein iPhone hat, möchte man hinzufügen, denn ansonsten wäre die Anschaffung wohl doch noch etwas teurer :-)

Der Autor geht mit unserer Auffassung konform, dass die neuen Befehle für Twitter und Facebook, insbesondere im professionellen Bereich, als "Spielerei" einzuordnen sind. Zu weiteren Verbesserungen habe ich bereits 2 Beiträge geschrieben, die hier und hier eingesehen werden können.

Apropos professioneller Bereich: die professionellen Versionen von Dragon NaturallySpeaking sind zwar um einiges teurer als die vom Autor im Artikel mit 130 € bepreiste und als Mindestlösung genannte Premium-Variante, bieten darüber hinaus aber auch eine sehr gute Vokabular-Verwaltung, Netzwerkfähigkeiten und die Möglichkeit, seine eigenen Sprachbefehle zu erstellen. Immer wieder werde ich gefragt, ob das denn so nötig sei. Und immer wieder lautet meine Antwort: wer sich nicht bewegt, spürt seine Fesseln nicht. Ich zumindest möchte meine zahlreichen Sprachbefehle nicht mehr missen, mit denen ich mir hier die Arbeit erleichtere.

14 Juni 2011

Dragon 11.5 kommt

Am vergangenen Donnerstag wurde die Information zuerst an die Händler weitergegeben, ab heute ist sie öffentlich und offiziell: Dragon NaturallySpeaking 11.5 steht vor der Tür. Hier die Nuance-Pressemitteilung. Dr. Spehr hat in seinem Blog sogar schon ein paar Screenshots. Das Video zur neuen Version gibt es hier.

Das Feature, welches am meisten in den Vordergrund geschoben wird, ist die Einbindung eines IPhone als mobiles Mikrofon. Dies funktioniert, wenn IPhone und Rechner sich im selben WLAN befinden, ohne Probleme über einen Assistenten. Es ist sogar möglich, ein ad hoc-Netzwerk anzulegen, wenn man Notebook und iPhone einmal außerhalb des gewohnten WLAN verwenden will.

Des weiteren ist die Unterstützung einiger aktualisierter Anwendungen, z.B. Internet Explorer 9, OpenOffice 3.3 oder Windows Live Mail hinzugekommen. Die Unterstützung von Microsoft Office 2010 wurde überarbeitet und verbessert.

Mit einem neuen Sprachbefehl lässt sich jetzt auch ein Text sofort an Facebook oder Twitter senden.

Neben diesen Neuerungen, die sich in einer Pressemitteilung immer sehr sexy machen (Social Media! IPhone! Nuance-Apple-Verhandlungsgerüchte!) steht auch zu erwarten, dass einige der in Version 11 bekannten Probleme beseitigt wurden. Dies bezieht sich insbesondere darauf, dass Dragon – z.B. beim Einschalten des Mikrofons und beim 1. Diktat, oder beim Öffnen des Buchstabierfensters - unter bestimmten Bedingungen sehr träge reagiert.

Die Inkompatibilität mit dem Adobe Reader 10 ist dagegen ein Problem von Adobe, das auch durch das Upgrade nicht behoben werden kann.

Allen Anwendern sei gesagt, dass es sich bei Dragon 11.5 um ein für Anwender von Dragon 11 kostenloses Upgrade handelt. Sollten Sie also in den nächsten Tagen E-Mail von Nuance erhalten, in der die Version 11.5 "zum Einführungspreis" angeboten wird – warten Sie noch ein paar Tage.

Mit der Auslieferung von Dragon 11.5 Professional und Legal wird Ende Juni - Anfang Juli begonnen. Wer seine Spracherkennung von einem zertifizierten Händler erworben hat, sollte sich von dem darüber beraten lassen, wie er das Update erhält und wie es installiert wird. Ende Juli wird das Update dann auch über das eingebaute Software-Update automatisch bereitgestellt. Wer Dragon NaturallySpeaking 11 neu kauft oder von einer Vorversion updated, erhält ab Erscheinungstermin der 11.5 automatisch die neue Version.

05 Mai 2011

FAZ-Test: Dragon Dictate 2.0 für Mac

Zu einem eher kritischen Resultat kommt der Test von Michael Spehr in der FAZ vom letzten Dienstag über das aktuelle Dragon Dictate 2.0: Für private Anwender (mit Abstrichen) empfehlenswert, für den professionellen Bereich, z.B. Ärzte und Anwälte, wird weiterhin Dragon NaturallySpeaking für Windows empfohlen.

Gut, dass Dragon NaturallySpeaking für Windows inzwischen unter Parallels oder ähnlichen Programmen auch auf einer Mac-Hardware läuft.

24 März 2011

Spracherkennung für Android-Smartphones im FAZ-Test

Michael Spehr testet die Spracherkennung für Android-Smartphones und ist sehr angetan. Gegenüber der kostenlosen Spracherkennung für das iPhone kostet die Anwendung zwar 3,58 €, bietet aber deutlich mehr, z.B. eine direkte Einbindung in alle Android-Anwendungen. Außerdem ist Spracherkennung nur ein Eingabemedium, das von der Anwendung bereitgestellt wird; andere sind eine verbesserte Tastatur, Worterkennung und dergleichen mehr.

22 September 2010

FAZ-Rezension: Dragon NaturallySpeaking 11

"Der feine Luxus des schnellen Diktats steht im Zeichen des Drachen" - titelt die Frankfurter Allgemeine Zeitung in ihrer gestrigen Ausgabe. Die wie immer sehr kompetente und umfangreiche Rezension von Dragon NaturallySpeaking 11 wurde vom Diktat-Experten Michael Spehr verfasst, geht eingehend auf die verschiedenen Neuerungen ein, lobt die deutlich verbesserte Erkennungsgenauigkeit und -Geschwindigkeit, gibt aber auch Empfehlungen für den Einstieg, mit welcher Version man am besten arbeiten sollte, und rät, einen Experten für den Einstieg zurate zu ziehen.

Hier gibt es den Artikel auf FAZ.NET!

10 August 2010

Dragon für iPhone: FAZ-Besprechung

Auch schon ein paar Tage alt ist die Besprechung für Dragon für das iPhone in der FAZ. Online kann man sie hier lesen (übrigens inkl. einem viel kommentierten Erkennungsfehler):

http://www.faz.net/s/Rub4C34FD0B1A7E46B88B0653D6358499FF/Doc~ED1100FB8DAE4498C8F20A7C96821856B~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Der Blogger Volker Weber hat die Software mit katastrophalem Ergebnis getestet (Testbericht). Interessant sind hier die Reaktionen von einigen gewieften Spracherkennung-Benutzern, darunter auch von Michael Spehr, der den FAZ-Test durchgeführt hat. Die Kommentatoren machen wieder einmal deutlich, dass Spracherkennung wesentlich vom Sprecher abhängt und der Umgang mit ihr gelernt werden muss: auf gute Tonqualität achten, deutlich sprechen, Satzzeichen mitsprechen. Oder wie wir hier sagen: kaum macht man es richtig, da geht es.